Die Jusos Hessen fordern echte Ganztagsschulen und eine Schule ohne Hausaufgaben. „Bildungsstudien zeigen, dass Hausaufgaben einerseits nicht dazu beitragen, dass Schüler*innen nachhaltiger oder effektiver lernen, andererseits erschweren sie aber anderweitige Aktivitäten und verhindern, dass Jugendliche nachmittags wirklich abschalten können“, so die Landesvorsitzende, Sophie Frühwald. Außerdem seien Hausaufgaben ein wesentlicher Grund für die nach wie vor gravierende Chancenungleichheit im deutschen Bildungssystem.

Die hessische Landesschülervertretung hat am Montag auf einer Pressekonferenz mit schockierenden Zahlen untermauert, dass der Schulalltag für viele Schüler*innen enormen Stress und psychische Belastung mit sich bringt. Mehr als zwei Drittel der hessischen Schüler*innenschaft fühlen sich laut einer repräsentativen Umfrage durch Hausaufgaben gestresst. Andere Studien belegen die wachsende Zahl von Jugendlichen, die unter Burnout, Schlaf- oder Essstörungen leiden.

Aktuellen Zahlen zufolge stehen ca. 800.000 Schülerinnen und Schülern in Hessen 114 Schulpsychologinnen und Schulpsychologen gegenüber. Diese sind neben der Schulsozialarbeit eigentlich eine sehr wichtige Anlaufstelle für Schülerinnen und Schüler. Sich aber ausschließlich auf den nötigen, schnellen Ausbau dieser Angebote zu konzentrieren, sei zu kurz gedacht, so Frühwald: „Unser Anspruch sind Schulen, die bei Kindern und Jugendlichen keine Depressionen und Burnouts verursachen. Wir wollen, dass Jugendlichen die Möglichkeit geben wird, sich selbst zu entfalten und eine Persönlichkeit jenseits des schulischen Leistungsdrucks zu entwickeln!“